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Öffentliche Räume - Das Projekt

Das aktuelle Verbundprojekt

Demokratie hat einen Ort und das ist der Öffentliche Raum! Hier werden Demokratie und Gesellschaft erlebt, gelernt und gelebt. Öffentliche Räume sind all die Räume über die alle Menschen Zugang zu öffentlichen Gütern haben. Wozu öffentliche Räume gut sind. Was wir an öffentlichen Räumen haben. Warum wir uns um öffentliche Räume kümmern (müssen). Auf der Seite der Bundesstiftung finden Sie alle Informationen aus dem ganzen Bundesgebiet.

Stadt Land Slam – ein neues Format rund um das Thema Stadtentwicklung

Alle reden über Stadt …

 

Die Heinrich Böll Stiftung RLP e.V. und die Kammergruppe Mainz/Mainz-Bingen der Architektenkammer RLP haben am 19. September 2019 zum ersten „Stadt Land Slam“ ins Zentrum Baukultur eingeladen. Es ging um nichts weniger als was könnte Stadt sein und vor allem was muss sich ändern. Nun „ein Slam ist eigentlich Hip Hop“, so Sebastian Wagner, der Moderator. „Zwei auf der Bühne beleidigen sich gegenseitig, ein Battle, aus dem einer als Sieger hervorgeht. Natürlich geht es in einem Slam klüger zu: Das Publikum wird mit klugen Argumenten überzeugt.“ Wie geht es mit den Städten weiter? Feiern oder Ruhe? Wie kommt man rein in die Stadt und wieder raus? Das Besondere dieses Formats: Anstelle einzelner fachspezifischer Vorträge hielt jede*r Vortragende einen kurzen Slam, eine etwa zehn minütige und unterhaltsame Präsentation der eigenen Arbeit und der eigenen Vision von Stadt. Komplexe, interdisziplinäre Probleme und ihre Lösungen legten die Slammer unterhaltsam, spannend und für alle verständlich dar.

Nadine Kümmel, Innenarchitektin und nachhaltige Produktdesignerin, forderte übergeordnet Fragestellungen zu fokussieren, Planung ganzheitlich anzugehen und verschiedene Blickwinkel einzunehmen. Alle Dinge hängen zusammen und beeinflussen einander. Häuser prägen Städte und Städte prägen Länder. Alle sitzen wir in einem Boot. Themen wie Klimaschutz, Umweltpolitik und Städtebau müssen neu ausgelotet werden.

Seit der industriellen Revolution ist der urbane Raum ein Spannungsfeld verschiedenster Anforderungen. Mobilität, Wohnraum, Lebensqualität und Arbeitsstätten müssen für mehrere tausend Menschen geplant, organisiert und gebaut werden. Dabei stand je her die Frage: Wie sollen bzw. wollen Menschen gemeinsam in den nächsten Jahren im urbanen Spannungsraum leben? An der Frage hat sich bis in die heutige Zeit nichts geändert, nur die Anforderungen sind komplexer geworden.

Prof. Dr. Heiner Monheim eröffnet seinen Teil mit dem Statement: „Der Deutsche suche verzweifelt das Haar in der Suppe.“ und konzentriert sich nur auf die Mitte der Stadt. Doch unser Lebensraum ist inzwischen ein großes städtisches Konglomerat. Der Autoverkehr dominiert. Ist nicht die grenzenlose Hässlichkeit des suburbanen Raums zum Verzweifeln. Wieso denken wir den Gegensatz Stadt - Land. Der Verkehr prägt unseren gesamten Lebensraum auf ungute Weise. Doch Lebensqualität sollte das wichtigste Thema sein. Das Konzept des shared space verspricht einen veränderten Blick auf öffentlichen Raum. Wie auch weniger Lärm, mehr Grün, Baumpflanzprogramme und Wasserflächen in den dicht besiedelten Städten Not tun, um z.B. Hitzestaus zu lindern. Daher sollte jeder Parkplatz durch einen Baum ersetzt werden. Alte Gewissheiten müssen dringend auf den Prüfstand.

Um Stadtidentität und Stadtmarketing ging es in Timm Helbachs Beitrag. Wie nehmen verschiedene Nutzer eine Stadt wahr. Sicher erfährt ein*e Besucher*in einen Ort anders, als Bewohner*innen und ehemalige Bewohner*innen. Und was ist dann wichtig? Blickbezüge, Wege, Plätze und Monumente? Dies lässt sich mit einem Scansystem herausfinden. Und wie sieht es mit der Partizipation aus? Stadtentwicklung sollte nicht Stückwerk sein, sondern eine strategische Entwicklung. Was wäre möglich? Was wünschenswert. Auch Mainz könnte mit einer Strategie gestärkt werden.

Die Slammer*innen des „Stadt Land Slam“ zeigten aus verschiedenen Perspektiven, wie aktuelle Problematiken schnell, effizient und sowohl kurz- als auch langfristig gelöst werden könnten. Per Applaus kürte das begeisterte Publikum die Sieger, tosender Beifall für alle.

 

Autorin: Kirsten Schewe

Stadt Land Ost -

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall laden wir ein zu Gespräch und Austausch über unsere Geschichte, unsere Erfahrungen und unsere Zukunft. Dabei geht es auch darum, die ostdeutschen Erfahrungen anzuerkennen, ohne neue Spaltungen entstehen zu lassen. Nach dem Motto: „Wir müssen reden“ suchen wir gemeinsam mit unseren Landesstiftungen den Austausch mit Ihnen vor Ort.

Zum Dossier der Bundesstiftung

Medien für die Demokratie

Eine demokratische Öffentlichkeit braucht guten Journalismus. Sie braucht eine Medienlandschaft, die sachkundige, seriöse und vielfältige Informationen öffentlich zugänglich macht. In einer Zeit, in der sich das öffentliche Gespräch vermehrt auf digitalen Plattformen abspielt und durch populistische Stimmungsmache unter Druck steht, lernen Demokrat/innen die "Vierte Gewalt" neu wertzuschätzen. Besonders die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten stehen dabei vor einer großen Aufgabe. Auf dieser Seite begleiten wir die Debatten um Demokratie und ihre Medien.

Link zum Dossier

Gut vertreten?

Politische Partizipation ist Grundvorrausetzung für eine Demokratie und eine demokratische Gesellschaft. Sinkende Partizipation – wenn auch nur von einzelnen Teilen der Bevölkerung – wird daher langfristig zum Problem. Entscheidungen verlieren so mehr und mehr ihre demokratische Legitimation. Es kommt neben Legitimitätsdefiziten auch zu einer geringeren Innovationsfähigkeit der Gesellschaft. Der Stiftungsverbund der Heinrich Böll Stiftungen hat sich drei Jahre lang intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die Ergebnisse der Arbeit finden Sie hier

Die Partei 2025: Frauen in Parteien als strategisches Zukunftsthema

Parteien basieren auf männlich geprägten Organisationsstrukturen. Damit sie für Frauen attraktiver werden, ist kultureller Wandel vonnöten. Wir formulieren Vorschläge, die über gleichstellungspolitische Maßnahmen hinausgehen.

 

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Macht Grün den Unterschied?

In den letzten Jahren war viel von Politikverdrossenheit die Rede. Gleichzeitig wächst die Zahl der politischen Initiativen zur Bürgerbeteiligung. Bei diesen Reformvorhaben spielen die Bundesländer und die Partei Bündnis 90/Die Grünen eine besondere Rolle. Die Publikation geht den Initiativen nach, beschreibt Erfolge, Rückschläge, Konflikte und Chancen der vielfältigen Beteiligungsansätze

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Rheinland-Pfalz: Der Kulturwandel ist eingeleitet

Rheinland-Pfalz kann auf 15 Jahre Beteiligungskultur blicken. Rot-Grün hat ab 2011 vor allem durch die Enquete-Kommission, die Reform des Wahlrechts und ein neues Integrationsministerium Akzente gesetzt.

Im Vorwort zum 2011 erschienenen Band "Mehr Bürgerbeteiligung wagen"[1] schreibt der damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck: “Die Gretchenfrage der Bürgerbeteiligung lautet, zählt meine Meinung wirklich?” – In der Tat ist dies die Sorge, die alle in Beteiligungsverfahren Engagierten umtreibt. Lohnt sich mein Einsatz überhaupt? Hat meine Stimme irgendein politisches Gewicht? Oder diene ich nur als Feigenblatt zur Minimierung politischer Reibungsverluste und als Legitimationsbeschaffer einer unter Entscheidungsdruck geratenen Regierung? Rheinland-Pfalz hat zumindest den Versuch unternommen, den Korrosionserscheinungen repräsentativer Demokratie entgegenzutreten. Doch die Bilanz fällt zwiespältig aus.

 

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Interview Pia Schellhammer: Wir haben wichtige Diskussionen im Land angestoßen

Drei Zwischen-, ein Schlussbericht und zahllose Empfehlungen - das ist das Ergebnis der Enquete-Kommission "Bürgerbeteiligung" in Rheinland-Pfalz. Und was hat's gebracht? Fragen an die grüne Vorsitzende Pia Schellhammer.

Der Landtag Rheinland-Pfalz hat 2011 beschlossen, die Enquetekommisssion „Aktive Bürgerbeteiligung für eine starke Demokratie“ einzusetzen. Sie hat am 14. November 2014 ihren Schlussbericht vorgelegt. Aufgabe sollte es sein, „eine umfassende Bestandsaufnahme der bestehenden Möglichkeiten zur Beteiligung auf den unterschiedlichen staatlichen Ebene vorzunehmen und konkrete Vorschläge zu erarbeiten, die zu einer stärkeren Beteiligung der Bevölkerung führen sollen.“ In welchem Maß ist euch das durch die Arbeit der Enquete gelungen?

Pia Schellhammer: Die umfassende Bestandsaufnahme spiegelt sich im Aufbau der Enquete-Kommission wider. Wir haben unsere Beratungen in drei Phasen eingeteilt, die sich mit verschiedenen Aspekten von Beteiligung beschäftigt haben. Die erste Phase galt der „sozialen Dimension von Beteiligung“ mit umfangreichen Fragen zu Beteiligungschancen von bestimmten Gruppen wie Kinder und Jugendlichen, Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Menschen mit Behinderungen. In der zweiten Phase haben wir uns dem Thema „Informationsgrundlage und Aktivierung“ und dabei in Expertenanhörungen den Unterthemen Aktivierung durch politische Bildung, Demokratie 2.0 sowie staatlicher Transparenz und Open Government gewidmet.

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